Freiheit ist das höchste Gut der zivilisierten Welt

Moiré’s Stellungnahme Liberté, Egalité, Fraternité begreift einen offenen Kunstraum im Leben selbst: „Ich mache Kunst die mitten im Leben passiert, weil es mir um das Leben an sich geht. Um das Unberechenbare, um die Reflexion gefestigter Normvorstellungen, um die Freiheit seine Meinung in der Masse offenbaren zu können, um den intimen Moment der leibhaftigen Begegnung und letztlich auch um den Wandel, den die moralfreie Kunst mit sich bringt. 

Es gibt keine institutionellen Gemäuer die mich beziehungsweise meine Kunst beglaubigen oder beschützen. Jedes Mal spüre ich kurz vor der Performance ein Angstgefühl aufblitzen, doch die Zuversicht und mein Glaube an meine Freiheit, ein natürliches Menschenrecht, siegt im Moment der Entblössung. Die Bedeutung der eigenen Nacktheit ist in meinem Inneren noch viel kraftvoller als die sichtbare Nacktheit an sich.

Ich glaube an den Moment der Berührung bei der Begegnung zwischen dem Du und dem Ich und möchte ein aufklärerisches Weltbild verkörpern in dem ein Diskurs ohne Drohungen und Übergriffe möglich ist. Plastisch, frei von Dogmen und mit dem Potential des Verstehens. Selbst Morddrohungen hindern mich nicht daran diese Überzeugung zu leben. Einschüchterungen und Gewalt lassen die menschliche Entwicklung verkümmern und zeugen von einer Ohnmacht bedingt durch die eigene Eingeschränktheit. 

Das Attentat der Terroristen in Frankreich macht mich wütend und traurig. Meine Waffen sind mein Mut, meine Kreativität und mein Wissen. Wie das Leben hat auch die Nacktheit viele Gesichter. Lebt unsere Werte der Selbstbestimmtheit mit Selbstbewusstsein. Freiheit ist das höchste Gut der zivilisierten Welt.“

 In Freiheit und Solidarität,

Milo Moiré